Interdisziplinäre Diabetes-Fußstation
Das diabetische Fußsyndrom – insbesondere der sogenannte Charot-Fuß – erfordert eine umfassende, abteilungsübergreifende Behandlung, die sowohl die Diabetologie als auch fußchirurgische Eingriffe umfasst. Hier setzt das Konzept der interdisziplinären Diabetes-Fuß-Station (IDF) an der medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT an.
Die gemeinsame Behandlung des fußchirurgischen und diabetologischen Teams vermindert die Gefahr der Amputation der betroffenen Gliedmaßen. Im Rahmen des ganzheitlichen Behandlungskonzepts bietet darüber hinaus – besonders bei längerer stationärer Behandlungsdauer – die Möglichkeit, auch den Erhalt oder die Wiederherstellung der Mobilität begleitend zu trainieren und damit die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu erhalten.
Diabetisches Fußsyndrom – Komplikation bei Diabetes mellitus
Die diabetische Neuropathie ist eine häufige, aber komplexe Folgeerkrankung des Diabetes. Ungefähr 14 Prozent aller Menschen mit Diabetes sind aufgrund dessen jährlich wegen Fußkomplikationen in ärztlicher Behandlung. Ständig erhöhte Blutzuckerwerte können die Nerven und Blutgefäße der Füße angreifen. Erste Anzeichen sind häufig trockene Füße und vermehrte Hornhautbildung. Betroffene nehmen Schmerzen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr wahr. Damit fehlt ein wichtiges Frühwarnsymptom bei Druckstellen oder anderen Verletzungen am Fuß. Die Folge sind schmerzlose Druckgeschwüre, die sich bei gleichzeitig bestehender Abwehrschwäche oder Durchblutungsstörung besonders schnell infizieren und nur noch schwer abheilen. Im schlimmsten Fall wird eine Amputation nötig.
Behandlungsmethoden
Liegt ein diabetisches Fußsyndrom vor, ist eine interdisziplinäre Behandlung erforderlich, die sowohl Diabetologie als auch fußchirurgische Eingriffe umfasst. Die wirksame Behandlung erfordert mehr als nur „Schmerzmittel“. Entscheidend ist eine präzise Diagnostik, die verschiedene Formen der Neuropathie voneinander unterscheidet und auch andere Ursachen sicher ausschließt. Darauf aufbauend braucht es ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept, das moderne medikamentöse Verfahren, eine optimale Diabeteseinstellung, physikalische Maßnahmen, Fußmedizin sowie Schulung und Beratung sinnvoll kombiniert. Besonders gilt dies beim sogenannten Charot-Fuß, einer Sonderform des diabetischen Fußsyndroms, bei dem es zu Brüchen von Fußknochen und Deformationen des Fußes kommt.
Das Behandlungskonzept der interdisziplinären Diabetes-Fuß-Station sieht vor, dass unter zunächst fußchirurgischer Federführung vorwiegend ältere Patienten mit Fußsyndromen, entsprechender Mobilitätseinschränkung und oft längerer Verweildauer im Krankenhaus aufgenommen werden, die besonders von der gemeinsamen Behandlung profitieren können. Gerade ältere Patienten mit Einschränkungen in der Mobilität oder drohender Immobilisierung profitieren damit von den Möglichkeiten der Frühmobilisation bzw. Frührehabilitation durch das Team der Klinik für Innere Medizin, Altersmedizin und Diabetologie.
Wir verfügen über eine langjährige, ausgewiesene Expertise in der Diagnostik und Behandlung der diabetischen Neuropathie und des diabetischen Fuß-Syndroms. Wir arbeiten interdisziplinär, leitlinienorientiert und zugleich patientenzentriert. Ziel ist nicht nur die Linderung von Schmerzen, sondern vor allem der Erhalt von Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität – und die Vermeidung von Folgekomplikationen.
Für Betroffene bedeutet das: ernst genommen werden, verstanden werden und eine Behandlung zu erhalten, die der Komplexität der Erkrankung gerecht wird.
Extremitätenerhaltende Fußchirurgie bei
- Charcotfuß
- Ulcuschirurgie
- Septische Fußchirurgie
- Zehenchirurgie bei Diabetes
Die medius Klinik Ostfildern-Ruit trägt seit 2019 das Zertifikat „Klinik mit Diabetes im Blick DDG“. So haben die Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, durch kontinuierlich geschulte Pflegekräfte, Ernährungs- und Diabetesberatung sowie punktuell durch diabetologische Konsile in punkto Diabetes.
So steht die Diabetes-Einstellung bzw. -behandlung steht bei der Therapie in der interdisziplinären Diabetes-Fußstation (IDF) nicht im Vordergrund, wird aber begleitend immer dann erfolgen, wenn beispielsweise eine Infektion oder Sepsis vorliegt oder droht.
Der Schwerpunkt der diabetologischen Versorgung der medius Kliniken liegt im Diabetes Exzellenzzentrum DDG am Standort Nürtingen.
Patientinnen und Patienten mit thrombembolischen oder angiopathische Problemen sollten in der Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin am Standort Nürtingen vorstellig werden.