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Äußere Genitale

Äußere Genitale beim Mann

Akutes Skrotum

1)    Hodentorsion (Hodenverdrehung)

Die Hodentorsion ist eine akute Verdrehung des Hodens und stellt einen Notfall dar.
Symptome: akut einsetzende Hodenschmerzen. Ab und an treten auch Bauchschmerzen auf.
Der Hoden steht meistens höher als auf der Gegenseite und ist extrem berührungsempfindlich.
Bei länger bestehender Torsion kann eine Begleithydrozele, d.h. Wasseransammlung skrotal auftreten. Die Schmerzen vergehen bei länger bestehender Verdrehung, allerdings ist dies dann ein Zeichen des Absterbens des Hodens.
Altersgruppe: Kinder, junge Erwachsene, äußerst selten ältere Männer.
Differentialdiagnostik muss die Torsion von einer Nebenhodenentzündung und Hydatidentorsion unterschieden werden. (s.u.)

Diagnostik:

  • Körperliche Untersuchung.
  • Sonographie: Durchblutung des Hodens messen, ggf. Nachweis einer Begleithydrozele.


Therapie:

  • Umgehend operative Freilegung, denn jede Minute zählt, denn nach 5-6 Stunden kommt es zu einer irreversiblen Schädigung des Hodens.
  • OP: Kleiner Schnitt über dem Hodensack, Zurückdrehen des Hodens und Pexie (Festnähen) des Hodens an den Hodenhüllen sowie Pexie des Hodens der Gegenseite.


Stationärer Aufenthalt: ca. 1 Tag.


2)    Hydatidentorsion

Die Hydatidentorsion ist eine Differentialdiagnose zur Hodentorsion und kann o.g. Symptomatik beinhalten. Allerdings handelt sich hierbei lediglich um die Verdrehung eines Anhängselgebildes (Relikt aus der Embryologie)(Morgagni Hydatide am oberen Pol des Hodens oder im Bereich des Nebenhodenkopfes oder zwischen Nebenhodenschwanz und Hoden).
Zum Ausschluss einer Hodentorsion erfolgt ebenfalls die operative Freilegung skrotal. Die Hydatide wird abgetragen.
Stationärer Aufenthalt ca. 1 Tag.


3)    Epididymitis (Nebenhodenentzündung) / Epididymorchitis (Hoden-/ Nebenhodenentzündung)

Die Nebenhodenentzündung ist differentialdiagnostisch ebenfalls von einer Torsion abzugrenzen. Die häufigste Ursache ist ein sich ausbreitender Harnwegsinfekt z.B. auf dem Boden einer Blasenentleerungsstörung im Rahmen einer Prostata-vergrößerung. Bei sexuell aktiven Männern kann sie jedoch auch gefunden werden.

Symptome:

Schmerzen im Bereich des Hodens/ Nebenhodens, Rötung, Schwellung des Hodensacks mit Überwärmung. Druck- und berührungsempfindlich. Fieber.

Diagnostik:

  • Urinprobe
  • Harnstrahlmessung (Wasserlassen auf einer Spezialtoilette)
  • Sonographie:

    • Skrotum: Hyperperfusion (Mehrdruchblutung) des Nebenhodens /Hodens ggf. mit Begleithydrozele (Wasseransammlung)
    • Restharnbestimmung (sonographische Bestimmung des Urins, der nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibt)

Therapie:

Keine OP, lokale Kühlung, Hoden hochlagern, Bettruhe, Antibiotika für 2 Wochen, Schmerzmedikation mit zusätzlich entzündungshemmender Wirkung. Stationärer Aufenthalt je nach Fieber- bzw. Krankheitsverlauf.

Hodentumor

Man unterscheidet gutartige, die eher selten sind, von bösartigen Hodentumoren. Der Hodentumor wird meist durch den Pat. selbst durch eine meist schmerzlose Verhärtung oder Größenzunahme des Hodens sowie Schwere-/ Druckgefühl oder Ziehen entdeckt. Risikofaktoren: Maldescensus testis (verzögerter oder fehlender Abstieg des Hodens in den Hodensack) sowie ein Hodentumor der Gegenseite.
Man unterscheidet 2 Gruppen: Keimzelltumore (Seminome, Nichtseminome: ausgehend von Keimzellen) und Nicht-Keimzelltumore (ausgehend von Binde- und Stützgewebe, Lymphome, Metastasen).
Der Altersgipfel für Seminome liegt bei 37 und bei Nichtseminomen bei 28 Jahren.

Diagnostik:

  • Körperliche Untersuchung
  • Sonographie
  • CT Abdomen (Bauch) und Thorax (Brustkorb).
  • Labor: sog. Hodentumormarker (spezielle Marker, die bei o.g. Gruppen in unterschiedlicher Höhe im Blut zu messen sein können): AFP, ß-HCG, LDH.


Therapie:
Operation über Leistenschnitt: Hodenentfernung. Ggf. weitere Therapie, falls Absiedlungen vorliegen oder das Tumorstadium dies erfordert: Bestrahlung (Strahlentherapie) und/ oder Chemotherapie oder abwartendes Vorgehen („Wait- and see“).
Stationärer Aufenthalt: bei OP ca. 3 Tage, bei Chemotherapie 5 Tage stationär, dann 2 x ambulante Vorstellung je Zyklus.

Varikozele

Die Varikozele ist eine varizenartige Erweiterung (Krampfadern) der Venen des Plexus Pampiniformis (Venengeflecht im Samenstrang) bei Venenklappeninsuffizienz der V. spermatica und venöser Abflußbehinderung.
Meistens tritt sie einseitig (auf der linken Seite) auf, kann aber auch in seltenen Fällen beidseits auftreten. Klinisch ist die Varikozele durch ein Schweregefühl im Skrotum und zunehmende Schwellung v.a. im Stehen gekennzeichnet.
Je nach Schweregrad und ggf. Beeinträchtigung der Fertilität (Fruchtbarkeit) kann eine operative Therapie nötig sein. Diese kann in lokaler Betäubung ambulant erfolgen.

Spermatozele

Hierunter versteht man eine glatt begrenzte Zyste im Nebenhoden oder Samenstrang, die u.a. mit Sperma gefüllt ist. Ursächlich kann eine Entzündung oder ein Trauma gefunden werden. Sie ist i.d.R. schmerzlos und bedarf nur in seltenen Fällen z.B. bei Größenzunahme und Druckgefühl einer operativen Therapie.  
Diese erfolgt dann ambulant.

Hydrozele („Wasserbruch“)

Bei der Hydrozele handelt es sich um eine Flüssigkeitsansammlung im Hodensack (Processus vaginalis). Ursächlich kann ein Trauma oder ein entzündlicher Prozess im Hoden- oder Nebenhodenbereich sein. Oft ist die Ursache jedoch unbekannt. Sie kann jedoch sowohl bei Neugeborenen und Säuglingen als auch im späteren Lebensalter auftreten. Diagnostisch imponiert die Hydrozele durch eine skrotale Schwellung, die schmerzlos ist und sich prall-elastisch tastet.
Eine operative Therapie kann bei Größenzunahme erfolgen und wird dann i.d.R. ambulant durchgeführt.

Phimose

Unter einer Phimose versteht man die Vorhautverengung. Sie kann nicht nur bei Kindern sondern in jedem Alter auftreten. Die Vorhaut lässt sich somit nicht oder nur unzureichend zurückstreifen.
Dies kann sowohl hygienische als auch erektile Probleme nach sich ziehen.
Diagnostik: Klinische Untersuchung.
Therapie: Zirkumzision (Beschneidung) in unterschiedlicher Ausprägung in lokaler Betäubung ambulant, bei Kindern in Vollnarkose.

Paraphimose („spanischer Kragen“)

Hierbei lässt sich die verengte Vorhaut nicht mehr über die Glans streifen und stellt eine urologische Notfallsituation dar. Als Folge kommt es zum Anschwellen der Glans und zur Durchblutungsstörung der Eichel, was die Gefahr einer Minderversorgung der Glans mit anschließender Nekrose birgt. Im Regelfall kann man die Vorhaut manuell reponieren, in seltenen Fällen muss in einer lokalen Betäubung ein Vorhauterweiterungsschnitt (dorsale Inzision) durchgeführt werden. Nach Abschwellen erfolgt dann die radikale Zirkumzision (komplette Beschneidung) als ambulante Operation.

Peniskarzinom

Das Peniskarzinom ist eine bösartige Neubildung ausgehend von der Eichel und insgesamt selten. Ursächlich sind eine mangelnde Genitalhygiene, irreponible Phimose, chronische Entzündungen. Präkanzerosen: Leukoplakie, Erythroplakie.
Klinisch imponieren sie durch eine blumenkohlartige Wucherung mit teilweise Geruchsbildung und Sekretion.

Diagnose:
Blickdiagnose, Biopsie mit histologischer Sicherung.

Therapie:
Entfernung ggf. im fortgeschrittenen Stadium Penis(teil-)amputation, ggf. Strahlen-/Chemotherapie.

Priapismus

Hierunter versteht man eine meist schmerzhafte Dauererrektion des Penis ohne sexuelle Erregung, die ebenfalls eine urologische Notfallsituation darstellt. Man unterscheidet hierbei einen „High-flow“ von einem „Low-Flow“ Typ. Am häufigsten tritt der Priapismus idiopathisch auf; andere Ursache können z.B. Gerinnungsstörungen, neurologische Grunderkrankungen, Medikamente sein.

Diagnostik:

  • Anamnese und klinische Untersuchung
  • Blutentnahme

Therapie:

Unverzügliche Schmerzbehandlung, lokal kühlende Therapie, Entlastung durch Punktion der Schwellkörper, da ansonsten die Gefahr einer erektilen Dysfunktion besteht.

Äußeres Genitale bei der Frau

Urethrakarunkel

Es handelt sich hierbei um einen gutartiger Tumor im Bereich der Harnröhrenmündung der meist älteren Frau.

Symptome:
druckempfindlich, ab und an blutend.

Diagnostik:
klinische Untersuchung.

Therapie:
ggf. chirurgische Entfernung, die ambulant erfolgen kann.

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