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Gesund zu zweit

Entwicklungsschritte des Ungeborenen in der Schwangerschaft

1. Monat

Wie alles beginnt.....

  • Beginn einer Existenz: Durch die Verschmelzung von Samenfaden und Ei entsteht ein neues Leben
  • Nach vier Stunden beginnt sich der Keim im Körper der Frau zu teilen - in exakt zwei gleiche Zellen. Die Zellen teilen sich ständig weiter.
  • Fünf Tage ist der inzwischen ziemlich kugelige Zellhaufen durch den Eileiter bis zur Gebärmutter unterwegs, dann beginnt er sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Er hat jetzt die Größe eines Stecknadelkopfes.
  • Läuft etwas schief, wird es - meist unbemerkt - durch eine Blutung abgestoßen und der nächste Zyklus beginnt.

2. Monat

Die ersten Herzschläge.....

  • Die mittlerweile entwickelten Blutgefäße des Babys sind an den Blutkreislauf der Mutter angeschlossen. In der fünften Woche beginnt das Herz Ihres Babys zu schlagen.
  • Langsam wird erkennbar, dass in Ihnen ein kleiner Mensch heranwächst. Hände und Füße treten wie kleine Knospen hervor. Einige Tage später kann das Ungeborene in Ihrem Körper bereits sein Köpfchen drehen. Es kann sich dehnen und strecken.
  • Ende des zweiten Monats sind alle Organe und Organsysteme angelegt.
  • Die Sinneserfahrungen, die das Ungeborene bei Bewegungen wahrnimmt, beeinflussen die Entwicklung seines Gehirns.
  • Ende des zweiten Monats ist Ihr Baby etwa zwei Zentimeter groß, es wiegt etwa zehn Gramm.

3. Monat

Wachsen und fühlen....

  • nach den ersten zehn Schwangerschaftswochen spricht man nicht mehr von einem Embryo, sondern von einem Fötus
  • Das Kind kann jetzt Arme und Beine bewegen - Nerven und Muskeln arbeiten bereits zusammen
  • Die Sinnesorgane entwickeln sich und die ersten Verdauungsaktivitäten finden statt.
  • Die Großhirnrinde beginnt zu wachsen
  • Das Baby nimmt Reize auf der Haut wahr und spürt Aufregung, Glück oder Stress der Mutter

4. Monat

Purzelbäume.....

  • Die Nervenbahnen im Körper des Babys haben sich so weit vernetzt, dass es sich drehen, schweben und sogar Purzelbäume schlagen kann.
  • Auf seinem Körper entwickelt sich eine feine Behaarung, die sogenannte "Lanugobehaarung", die aber bis zum Ende der Schwangerschaft wieder verschwindet.
  • Noch lebt der Fötus nicht in einem Tag-/Nachtrhythmus. Er ist rund um die Uhr aktiv.

5. Monat

Die Neugierde wächst......

  • Das Gehör ist soweit entwickelt, dass der Fötus erste Geräusche wahrnehmen kann.
  • Sein Geschmackssinn entwickelt sich jetzt deutlich. Das Ungeborene hat 10x mehr Geschmacksknospen im Mund als nach seiner Geburt.
  • Seine Geschlechtsorgane haben sich soweit entwickelt, dass der Arzt das Geschlecht durch einen Ultraschall erkennen kann.

6. Monat

Bewegungswunder......

  • Sein Greifreflex funktioniert jetzt bereits. Es interessiert sich für seinen Körper, streicht mit den Händchen übers Gesicht, ertastet Arme und Beine. Seine Bewegungen werden schneller.
  • Es bildet sich eine Fettschicht und das Kind nimmt an Gewicht zu, um den Körper später warm zu halten.

7. Monat

Jetzt gehts rund......

  • Das Ungeborene wächst und wird immer größer. Sein Skelett wird immer härter und stabiler.
    Das kleine Gesicht ist voll ausgebildet.
  • Die Augenlider öffnen sich und das Kind beginnt zu blinzeln und Lichtverhältnisse wahrzunehmen.

8. Monat

Rekordverdächtig...

  • Käme Ihr Kind jetzt zur Welt, könnte es mit medizinsicher Hilfe bereits überleben. Allerdings wäre der frühe Start ins Leben noch ziemlich problematisch: Die Lungenreifung müsste mit Medikamenten unterstützt werden. Das Baby wäre anfällig für Infektionen und müsste künstlich ernährt werden.
  • Von der 28. Woche bis zum Ende der 32. Woche hat das Baby sein Gewicht von 1000g auf 2000g verdoppelt. Es kann sich immer noch gut hin- und herdrehen und seine Lage verändern.
  • Ansonsten sieht das Ungeborene schon genauso aus wie am Tag seiner Geburt, alle Organe sind beinahe vollständig entwickelt.

9. Monat

Training für den Start......

  • Das Kind nimmt weiterhin zu damit es nach der Geburt Temperaturschwankungen ausgleichen kann.
  • Die nun enganliegende Gebärmutterwand massiert beim Strampeln Haut und Muskeln und bereitet es sanft auf den Druck vor, den das Kind während der Geburt spüren wird.
  • Das Baby dreht sich jetzt auch mit dem Kopf nach unten und rutscht dadurch tiefer in das mütterliche Becken.

10. Monat

Letzte Vorbereitungen.....

  • Im letzten Monat gibt die Mutter dem Kind noch viele Antikörper mit: Eiweißstoffe, die es vor einigen Infektionskrankheiten schützen.

Ernährung in der Schwangerschaft

Essen Sie, was Ihnen schmeckt!

Ihre Schwangerschaft bietet Ihnen eine optimale Gelegenheit, sich mit gesunder Ernährung zu beschäftigen.

Die wichtigste Regel:

  • Essen Sie nicht für zwei, immer nur so viel, bis Sie satt sind!

Ernährungstipps

  • Sorgen Sie immer für frisches Obst und Gemüse
  • Ernähren Sie sich vollwertig, ballaststoffreich und vielseitig z.B. mit Vollkornprodukten wie Vollkornbrot, Vollkorn-Müsli oder Hülsenfrüchte
  • Gehen Sie sparsam mit Zucker und Süßigkeiten um
  • Fettarme Milch und Milchprodukte z.B. Quark, Joghurt, Käse etc. spenden Calcium für die Knochen und liefern wichtige Spurenelemente
  • Natürlich brauchen Sie auch Fett und Öle, von Ihrer gesamten Kalorienzufuhr sollte Fett 30-35% ausmachen. Beachten Sie hierbei auch die versteckten Fette wie z.B. in Schokolade, Eis, Kekse, Fertigsoßen und Chips
  • Verzichten Sie lieber auf Frisch-Milch, Rohmilchkäse und rohe Eier wegen der Gefahr einer Infektion z.B. mit Salmonellen oder Listerien
  • Vorsichtig sollten Sie auch bei rohem Fleisch (z.B. Salami, Mettwurst, Schinken) oder rohem Fisch sein, da diese Nahrungsmittel zu Toxoplasmose, Trichinose oder Bandwurminfektionen führen können
  • Nehmen Sie möglichst regelmäßig über den Tag verteilt z.B. fünf kleine Mahlzeiten zu sich
  • Trinken Sie 2-3 l Wasser am Tag, koffeinhaltige Getränke wie z.B. Kaffee oder schwarzer Tee sollten Sie eher weniger zu sich nehmen
  • Omega-3-Fettsäuren sind bereits für die normale Entwicklung des Kindes im Mutterleib wichtig. Diese sind in Lachs, Hering, Sardellen und Makrelen enthalten

Schwangere Frauen haben einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere Folsäure, Jod und Eisen. Wenn diese nicht genügend über die Nahrung aufgenommen werden, müssen sie durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.

Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Es gibt insgesamt zehn Vorsorgeuntersuchungen. Sie haben einen gesetzlichen Anspruch dazu.

  • zu Beginn der Schwangerschaft einmal im Monat
  • ab der 32. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen
  • ab der 36. Schwangerschaftswoche einmal wöchentlich

Bei jedem Vorsorgetermin wird: 

  • Ihr Blutdruck gemessen, da Bluthochdruck eine Gefahr für Mutter und Kind sein kann
  • Ihr Gewicht kontrolliert
  • Der Urin auf Zucker und Eiweiß getestet
  • Blut auf Eisenmangel getestet
  • Der Bauch abgetastet, um die Höhe der Gebärmutter sowie die aktuelle Lage des Kindes zu ermitteln
  • In den letzten Schwangerschaftswochen werden Sie häufig an das CTG angeschlossen, mit dem über Ihre Bauchdecke die kindlichen Herztöne und eventuelle Wehen aufgezeichnet werden

Sprechen Sie mögliche Unsicherheiten und Ängste offen bei Ihrem niedergelassenen Frauenarzt an!

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Ultraschalluntersuchungen

Drei Ultraschalluntersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen: 

  • in der 9.-12. Woche
  • in der 19.-22. Woche
  • in der 29.-32. Woche

Auf dem Ultraschall werden wichtige Dinge gesehen, wie zum Beispiel: 

  • wie groß ihr Baby ist
  • wie seine Lage in der Gebärmutter ist
  • ob eine Mehrlingsschwangerschaft vorliegt
  • Lage des Mutterkuchens und die Entwicklung von Gliedmaßen, Organen und Herzfunktionen des Kindes, Fruchtwassermenge und Nabelschnur

Das Ungeborene kann den Druck des Schallkopfes auf der Baudecke der Mutter spüren und reagiert darauf mit Bewegung.

Eventuelle bestehende Risiken (Blutzuckererhöhung, hoher Blutdruck etc.) werden mit weiterführende Untersuchungen kontrolliert

Sport und Fitness in der Schwangerschaft

Lust auf Bewegung?

Schonende und regelmäßige Bewegung/Sport in der Schwangerschaft ist doppelt gut, vorausgesetzt die Schwangerschaft verläuft normal. Die werdende Mutter bleibt fit. Das Ungeborene liebt es, geschaukelt zu werden.

Sport macht gute Laune, hilft Muskeln und Bänder zu entlasten und stabilisiert den Kreislauf der Schwangeren. Der Fötus bekommt mehr Sauerstoff.

Die wichtigsten Trainingstipps:

  • Treiben Sie regelmäßig und moderat Sport: möglichst zweimal, jedoch nicht häufiger als viermal die Woche
  • Achten Sie auf Ihren Puls, denn rasen sollte er jetzt nie, die Herzfrequenz darf 140 bis 150 Schläge pro Minute nicht übersteigen
  • Gehen Sie nie bis zur Belastungsgrenze. Ein gute Kontrolle: Sie sollten sich auch beim Training normal unterhalten können.
  • Achten Sie auf Ihre Gelenke. Denn während der Schwangerschaft wird vermehrt der Botenstoff Relaxin ausgeschüttet. Das macht Sehnen und Bänder dehnbarer, erhöht aber auch die Verletzungsgefahr.
  • Vertrauen Sie auf den Rat der Profis, vor allem, wenn Sie in einem Fitnessstudio trainieren möchten.
  • Trinken Sie ausreichend, wenn Sie trainiert haben. Sparen Sie auch nicht an den Kalorien, wenn Sie nach der Anstrengung Hunger haben.

Welche Sportarten besonders empfehlenswert sind:

  • Schwimmen
  • Aquafitness
  • Walking
  • Radfahren
  • Spazierengehen

Nicht empfehlenswert sind:

  • Fußball
  • Basketball
  • Handball
  • Volleyball
  • Tennis
  • Skifahren
  • Rollschuh
  • Eislaufen
  • Inliner
  • Reiten

Hartes Training sollten Sie generell vermeiden.

Wenn Sie sich unbehaglich fühlen, Blutungen, Schmerzen oder Übelkeit auftreten, sollten Sie sofort aufhören. Es ist auch nicht von Vorteil, während der Schwangerschaft eine neue Sportart auszuprobieren, besonders dann, wenn die Bewegungen zu anstrengend sind. 

Letztendlich muss aber jede Frau für sich entscheiden und beurteilen, welche Sportart zu ihr passt und vor allem auch Spaß macht.

Körperpflege in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft gibt es keine große Veränderung im Bezug der Körperpflege. Sie können wie gewohnt Ihre Duschartikel benutzen. Da in der Schwangerschaft die Haut verstärkt zu Trockenheit neigt, benutzen Sie bevorzugt ph-neutrale Waschlotionen.

Die Haut dehnt sich grundsätzlich an Bauch und Brust innerhalb kurzer Zeit. Diese Belastung gefährdet vor allem die Lederhaut mit ihren elastischen Fasern. Zusätzlich wirken Hormone bindegewebslockernd, so dass die Gefahr steigt, dass die elastischen Fasern reißen.
Dann entwickeln sich Dehnungsstreifen, die sogenannten Schwangerschaftsstreifen. Vitamin E unterstützt die Dehnungsbereitschaft der Haut. 

Pflegendes Vitamin F, Jojobaöl, Weizenkeimöl glätten und beruhigen die juckende Haut.
Eine regelmäßige Zupfmassage mit Ölen verbessert die Durchblutung, fördert die Elastizität der Haut und kann so Schwangerschaftsstreifen wirksam vorbeugen. 

Viele Schwangere leiden auch unter Haarausfall. Trockene Haare können noch trockener werden und abbrechen. Das liegt daran, dass die Anzahl der Gelbkörperhormone steigt. 

Unterstützende Maßnahmen hierfür:

  • Nicht zu häufiges Bürsten der Haare 
  • Verwendung eines milden Shampoos 
  • Vermeiden Sie Färben und direkte Hitze (Dauerwelle), weil Ihre Haare darauf in der Schwangerschaft empfindlicher reagieren können.

Sexaulität in der Schwangerschaft

Erlaubt ist alles, was Spaß macht. Vertrauen Sie auf Ihren Körper. Das Ungeborene ist in der Gebärmutter geschützt (Muskel-, Gewebeschichten und Fruchtwasser).

Wenn der Bauch hart wird?

Das passiert bei jedem Orgasmus und ist vollkommen in Ordnung für Mutter und Kind.
Die Gebärmutter zieht sich zusammen, was sie ohnehin mehrmals täglich tut - ein gutes und wichtiges Training für die Geburt.

Keine Lust? Auch das ist ok!

Ebenso wichtig: Respekt und Nähe. Auch wenn im Bett Flaute ist: Bleiben Sie miteinander im Gespräch, tauschen Sie Ihre Gefühle aus.

Wann Sex tabu ist...

Das besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt. Medizinische Gründe können zum Beispiel vorzeitige Wehen, Blutungen oder eine vorzeitige Öffnung des Muttermundes sein.
Das bedeutet aber nicht, dass Sie und Ihr Partner auf Nähe und zärtlichen Körperkontakt verzichten müssen. Auch Kuscheln tut gut und entspannt.

Und: Die Samenflüssigkeit des Mannes kann auch kurz vor der Geburt wehenfördernd bzw. einleitend wirken. 

Die Rolle des Partners in der Schwangerschaft

Hilfe durch den Partner

In der Schwangerschaft ist es wichtig, miteinander über gegenseitige Erwartungen zu sprechen und die Wünsche des anderen zu berücksichtigen. Man sollte stets auf Zusammenhalt achten, denn das ungeborene Kind ist in der Lage, Streit aber auch einen liebevollen Umgang wahrzunehmen.

Für die werdende Mutter ist es meistens sehr wichtig, dass der Partner an Terminen wie Vorsorgeuntersuchungen oder Geburtvorbereitungskursen mit teilnimmt. Es stärkt sowohl das Miteinander und ist auch für beide Elternteile meistens eine schöne Erfahrung.
Es ist von Vorteil, sich bereits früh Gedanken zu machen, wer wie lange die Elternzeit in Anspruch nimmt. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass beide Jobs gleich anstrengend sind, sowohl Arbeit als auch die Kinderbetreuung.

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