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Divertikelkrankheit

Unter Divertikeln versteht man sackartige Ausstülpungen an der Darmwand, die prinzipiell am gesamten Verdauungstrakt vorkommen können. Am häufigsten kommen diese Divertikel am S-förmigen Abschnitt des Dickdarm vor dem Übergang in den Enddarm vor und können dort die typischen Beschwerden verursachen.
Es handelt sich dabei um eine „Zivilisationskrankheit“, die offensichtlich mit den Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung zusammenhängt, bei sogenannten Naturvölkern, die sich überwiegend faserreich ernähren, kommen Divertikel sehr viel seltener vor. In den westlichen Ländern findet man eine altersabhängig zunehmende Häufigkeit, mindestens die Hälfte der 70-jährigen Personen haben solche Divertikel, mit 85 Jahren sind es ca. 70%.

Glücklicherweise kommt es nur bei etwa 15 bis 25% der betroffenen Personen zu einer Divertikelkrankheit, die ärztlicher Behandlung bedarf. Am häufigsten handelt es sich dabei um eine Divertikelentzündung, die in vollkommen unterschiedlichen Schweregraden vorkommt und nicht selten wiederholt auftritt, es können aber auch Blutungen aus solchen Divertikeln vorkommen.

Diagnose

Die typische Symptomatik insbesondere der Divertikelentzündung ist der anhaltende Schmerz im linken Unterbauch, häufig zusammen mit schlechtem Allgemeinbefinden und Fieber sowie einem Stuhlverhalt. Meist wird ein Patient mit solchen Symptomen vom Hausarzt direkt zur weiteren Abklärung zu uns ins Krankenhaus geschickt oder er stellt sich gleich primär bei uns vor.

Nach Befragung des Patienten zur Vorgeschichte und Beschwerdesymptomatik folgt die körperliche Untersuchung, bei der man meist einen heftigen Druckschmerz im linken Unterbauch, manchmal mit einer Abwehrspannung als Zeichen für eine beginnende Bauchfellentzündung, findet.

Die nächsten Schritte sind dann die Untersuchung der Blutwerte auf Entzündungsparameter, eine Ultraschalluntersuchung sowie eine Röntgen-Übersichtsaufnahme von Bauch und Brust-raum um eine Luftansammlung in der Bauchhöhle auszuschließen, dies würde für geplatztes Divertikel und damit für die schwerste Form der Divertikelentzündung sprechen.
Im Ultraschall findet man typischerweise eine Verdickung der Darmwand im betroffenen Darmabschnitt, manchmal auch mit lokalisierter Flüssigkeitsansammlung, dies als Zeichen einer umgebenden Bauchfellentzündung.

Nach diesen umgehend durchgeführten Untersuchungen ist in der Regel die stationäre Aufnahme des Patienten unumgänglich, zur weiteren Abklärung und insbesondere genauen Beurteilung des Schweregrades der Entzündung ist heute die Computertomografie die aussagekräftigste Untersuchung, sie wird innerhalb der ersten Tage der stationären Behandlung hier im Hause durchgeführt.

Therapie

Beim Vorliegen einer Divertikelperforation muss mit einer schweren Bauchfellentzündung durch eitrige Flüssigkeit oder sogar Darminhalt gerechnet werden. Dabei handelt es sich um ein akut lebensbedrohliches Krankheitsbild, welches ein sofortiges operatives Eingreifen erfordert.

Man kann in einer solchen Situation zunächst mit einer Bauchspiegelung beginnen, meist wird jedoch eine offene Bauch-Operation mit ausgiebiger Spülung der Bauchhöhle, Entfernen des betroffenen Darmabschnittes und möglicherweise Anlegen eines künstlichen Darmausganges erforderlich.

In den meisten Fällen kann die Divertikelentzündung aber zunächst medikamentös mit der Gabe einer speziellen Antibiotika-Kombination behandelt werden.
Unter dieser Therapie kommt es normalerweise zu einem stetigen Abklingen der Beschwerden in den nächsten Tagen. Wenn in der Computertomografie keine Komplikation wie z.B. ein Abszess oder eine starke Darmeinengung zu sehen ist, kann die Behandlung damit weitergeführt und abgeschlossen werden. Nach Abklingen der akuten Entzündung einige Wochen später sollte allerdings noch eine Darmspiegelung zur Feinbeurteilung der Schleimhaut und zum Ausschluss anderer Darmerkrankungen durchgeführt werden.

Beim Vorliegen eines Abszesse in der Darmwand, einer hochgradigen Einengung oder besonders auch bei mehrfach wiederholt aufgetretener Divertikulitis empfehlen wir ein operatives Vorgehen mit der Entfernung des betroffenen Darmanteiles, dies können wir heute in den meisten Fällen als minimal-invasive Operation „laparoskopisch-assistiert“ durchführen. Ein solcher Eingriff ist wesentlich schonender für den Patienten, meistens kann er nach etwa einer Woche ohne größere Beschwerden wieder nach Hause entlassen werden.

Beim Verdacht auf eine Blutung aus einem oder mehreren Divertikeln ist eine Darmspiegelung zur Lokalisation der Blutungsquelle erforderlich, bei anhaltender Blutung kann es notwendig werden diesen Darmanteil, z.B. mittels minimal-invasiver Operation, zu entfernen. Glücklicherweise kommt es jedoch in den meisten Fällen, insbesondere wenn blutungsfördernde Medikamente abgesetzt wurden, zum spontanen Abklingen der Blutungsaktivität.

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