medius Klinik Nürtingen

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Hernienchirurgie/Chirurgie der Brüche (z.B. Leistenbruch)

Bauchwandbrüche (Hernien) sind erworbene oder angeborene Defekte bzw. Lücken in der stabilitätsgebenden Schicht (Faszie) der Bauchwand, durch die über eine Ausstülpung des Bauchfells (Bruchsack) Baucheingeweide hervortreten.


Am häufigsten ist hiervon die Leistenregion betroffen und man spricht hier vom Leistenbruch oder in besonderen, selteneren Formen vom Schenkel- oder Hodenbruch. Die Leistenregion stellt aufgrund ihrer baulichen Besonderheiten mit dem Leistenkanal, durch den in der Embryonalentwicklung beim Mann der Hoden aus der Bauchhöhle in den Hodensack wandert, eine vorgegebene Schwachstelle der Bauchwand dar. Hierdurch kommt es bei manchen Säuglingen zu  angeborenen und manchen Menschen im Laufe des Lebens zu erworbenen Leistenbrüchen. Männer sind hierbei etwa 9x häufiger betroffen als Frauen.
Weitere vorgegebene Schwachstellen der Bauchwand, an denen sich Bauchwandbrüche entwickeln können, finden sich z.B. am Bauchnabel (Nabelbruch) und in der Oberbauchmitte (Oberbauchbruch oder epigastrische Hernie).

Eine weitere Form der Bauchwandbrüche stellen die Narbenbrüche (Narbenhernien) dar.
Nach Operationen im Bauch über einen Bauchschnitt kann es im Laufe der Zeit im Narbenbereich in bis zu 10% der Fälle zur Ausbildung eines Narbenbruches kommen.  


Patienten stellen einen Leisten- oder Bauchwandbruch meist als umschriebene Vorwölbung der Bauchdecke in dem entsprechenden Bereich fest, die mehr oder weniger Beschwerden verursachen kann. Der Chirurg kann durch gezieltes Betasten der Bauchdecke, häufig auch unter Verwendung der Ultraschalldiagnostik Brüche diagnostizieren und von anderen Erkrankungen unterscheiden. In Einzelfällen kommen weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz.


Grundsätzlich gilt, dass wenn ein Leisten- oder Bauchwandbruch festgestellt wird, sollte dieser durch eine Operation versorgt werden. Die chirurgische Operation ist die einzige effektive Methode einen Bruch zu beseitigen. Ist der Bruch weich und zurückdrückbar besteht hierzu keine Eile.

Jedoch können Brüche auch einklemmen. Insbesondere wenn der Darm im Bruch eingeklemmt ist, kann dies zur Darmpassagestörung bis hin zum Darmverschluss und Blutzirkulationsstörung im Darm mit Gewebsschäden führen. Dann besteht ein Notfall und es muss sofort operiert werden. Diese Situation sollte nicht abgewartet werden, sondern frühzeitig geplant operiert werden.


Hierzu stehen verschiedene offene (mit Schnitt) und minimal-invasive (laparoskopische) Methoden zur Verfügung. Mit Einführung der in die Bauchdecke einpflanzbaren Kunststoffnetze in den 1990er Jahren wurde die Hernienchirurgie revolutioniert. Hierdurch ist es gelungen Hernien so zu versorgen, dass eine schnelle körperliche Vollbelastung ermöglicht werden kann und die Zahl von Wiederhohlungsbrüchen (Rezidivbrüchen) effektiv zu reduzieren. Mit der Entwicklung der minimal-invasiven Chirurgie können diese Netze über kleine Schnitte in die Bauchwand eingepflanzt (Leistenhernie, TAPP) oder von innen an die Bauchwand angebracht werden (Narbenhernie, Bauchwandhernie IPOM). Hierdurch werden postoperative Schmerzen reduziert, eine schnelle körperliche Vollbelastung und ein gutes kosmetisches Ergebnis erreicht.


Mit bundesweit ca. 200 000 Neuerkrankungen/ Jahr bei Leistenbrüchen und ca. 80 000 Neuerkrankungen/ Jahr bei Narbenbrüchen sind Hernien eine häufige chirurgische Erkrankung.
Wir operieren jährlich in der medius KLINIK NÜRTINGEN ca. 800 Leistenhernien und ca. 300 andere Bauchwandbrüche vornehmlich minimal-invasiv mit sehr guten Ergebnissen. Die Hernienchirurgie stellt damit eine unserer Kernkompetenzen dar. Unsere Abteilung wurde vor mehreren Jahren bereits zum Minimal-invasiven Zentrum zertifiziert. Regelmäßig werden von uns Hospitationskurse in laparoskopischer Leistenhernien- und Bauchwandhernien-Chirurgie zur Weiterbildung auswärtiger Klinikärzte angeboten. 

 

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