medius Klinik Kirchheim

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Behandlungskonzept und Therapieangebote

Für jeden Patienten wird ein Gesamtbehandlungsplan erstellt, der die Symptome, die Krankheit, die Persönlichkeit und die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt. Unter fachärztlicher Leitung findet eine Behandlung statt, die aus einer individuellen Kombination aus Psychotherapie, Psychopharmakotherapie, Krankenpflege, Sozialberatung und außerstationären Komplementärangeboten besteht.

Zum Einsatz kommen moderne und wissenschaftlich überprüfte psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungsmethoden. Viel Wert wird auf ein gemeinsames und transparentes Vorgehen in Diagnostik und Therapie gelegt.

Therapieangebote

Psychotherapie

In der Psychotherapie, die im Einzelgespräch und in der Gruppentherapie erfolgen kann, steht das Gespräch im Vordergrund. Je nach therapeutischem Hintergrund des Arztes oder der Psychologin handelt es sich um psychotherapeutische Gespräche mit verhaltenstherapeutischem oder tiefenpsychologischem Schwerpunkt.

Psychopharmakotherapie

Die Behandlung mit Medikamenten erfolgt unter Berücksichtigung des Stands der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Empfehlungen in Abhängigkeit von Symptomen, Krankheitsbildern, und Bedürfnissen des Patienten. Es gibt verschiedene Psychopharmaka mit unterschiedlichen Wirkungen und möglichen Nebenwirkungen. Neuroleptika werden bei Psychosen eingesetzt, Antidepressiva bei Depressionen und Ängsten oder zum Schlafen. Auch Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine werden eingesetzt. Bei diesen Medikamenten (z.B. Diazepam oder Tavor™) ist die Gefahr der Abhängigkeit zu beachten, weshalb sie nur vorübergehend eingesetzt werden. 

EKT (Elektrokrampftherapie)

Die moderne EKT hat nichts mit Darstellungen in Filmen wie beispielsweise „Einer flog über das Kuckucksnest“ zu tun. Sie kommt nur bei bestimmten Indikationen in Frage, wenn die Psychopharmakotherapie im Rahmen des Gesamtbehandlungsplans nicht geholfen hat.

Krankenpflege

Krankenschwestern und Krankenpfleger sind in der Psychiatrie und Psychotherapie nicht nur für die klassische Pflege von Patienten zuständig, sondern sie sind Teil des Behandlungsteams. Sie führen Gespräche mit Patienten, beraten Angehörige in Bezug auf Umgang mit psychisch Kranken, leiten Morgen- und Abendrunden und unterstützen mit unterschiedlicher Intensität Patienten bei der Bewältigung ihrer psychischen Probleme.

Sozialdienst

Der Soziale Dienst betreut individuell die stationären Patienten und deren Angehörige innerhalb eines multiprofessionellen Teams. Der Mitarbeiter des Sozialen Dienstes bleibt für den gesamten Behandlungszeitraum der persönliche Ansprechpartner eines Patienten bezüglich der weiteren nachstationären Versorgung und plant mit ihm und gegebenenfalls dessen Angehörigen individuell die Entlassung gemäß SGB V §39. Die Leistungen des Sozialen Dienstes umfassen unter anderem soziale Beratung und Unterstützung bei der Klärung wichtiger Fragen wie:

  • Wohn- und Lebenssituation
  • Arbeitsplatz
  • finanzielle Absicherung
  • Sozialversicherungsverhältnis
  • Beantragung eines Pflegegrades
  • Ausländerrechtliche Fragen etc.

Außerdem plant der Soziale Dienst gegebenenfalls Maßnahmen zur medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation und unterstützt die Patienten bei der Klärung der Kostenübernahme und der Kontaktaufnahme zu den entsprechenden Einrichtungen. Die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes helfen den Patienten und deren Angehörigen bei der Organisation von häuslichen Hilfen und beraten hinsichtlich Unterstützungsmöglichkeiten.
Sollten die ambulanten Hilfsangebote nicht mehr ausreichen, unterstützen und beraten sie bei der Suche nach einem geeigneten Heimplatz oder einer stationären Wohnform sowie bei der Klärung der Kostenübernahme.
 

Komplementärangebote

Ergotherapie

Der Begriff Ergotherapie basiert auf dem griechischen Wort érgon = handeln/sich betätigen. Das Ziel in der Ergotherapie ist es, die Handlungsfähigkeit im Alltag, in der Selbstversorgung, im Beruf und in der Freizeitgestaltung (wieder-) zu erlangen, zusammengefasst die Teilhabe am alltäglichen Leben zu ermöglichen (Recovery, Empowerment).
Die Ergotherapie im psychiatrischen Setting richtet sich an PatientInnen mit Beeinträchtigungen, verursacht durch psychische, psychotische und psychosomatische Störungen sowie Abhängigkeitserkrankungen.
Das ergotherapeutische Therapieangebot setzt sich aus handwerklich kompetenzzentrierten Angeboten, dem computergestützten Training basaler und exekutiver Funktionen (RehaCom) und dem Training der ADL’s (Activities of Daily Living) zusammen. 
Nach Absprache im interdisziplinären Team finden diese Angebote entweder im Einzel- oder Gruppensetting statt.
Ziel der Therapieangebote ist es, die Selbstwirksamkeit zu fördern, die PatientInnen zu autonomem Handeln anzuregen, die psychischen Grundleistungsfunktionen (u.a. Antrieb, Motivation, Belastbarkeit, Ausdauer) sowie die sozialen und emotionalen Kompetenzen zu erproben und diese zu trainieren.

Während der Arbeit in der Ergotherapie entsteht ein Prozess, bei dem PatientInnen neue Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten entdecken können – unter Umständen kann es aber auch zu einer Konfrontation mit eigenen Schwächen kommen. Diese Situation bietet die Chance, die bisherige Selbstwahrnehmung zu korrigieren, Neues zu lernen und Selbstbewusstsein aufzubauen. Erfolgserlebnisse erfahren die PatientInnen durch das Ergebnis, das neue Wege aufzeigen kann, das betrachtet, angefasst und benutzt werden kann.
Während dieses Therapieprozesses findet eine individuelle Begleitung durch den Therapeuten oder die Therapeutin statt, sodass Fähigkeiten, Bedürfnisse, Ressourcen, Erfahrungen und Interessen der PatientInnen berücksichtigt und mit in die Therapie eingebunden werden. 

Kunsttherapie

Gegenstand der Kunsttherapie ist die Förderung des nonverbalen Ausdrucks von Gefühlen und damit einhergehenden Gedanken, Bildern und Erinnerungen durch Medien und Techniken der Bildenden Kunst. Im kunsttherapeutischen Prozess können kreative Ressourcen neu entdeckt, Selbstheilungskräfte mobilisiert sowie vielfältige Veränderungsprozesse angeregt werden.
Kunsttherapie findet bei Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen und krisenhaften Entwicklungen in allen Lebensphasen sowie in psychosozialen Zusammenhängen sinnvollen Einsatz.
(Quelle: Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie)

Musiktherapie

Die unterschiedlichen Settings des musiktherapeutischen Angebots basieren auf einem ressourcen- und erlebnisorientierten Ansatz.
Spezifisch für die Musiktherapie ist das gemeinsame Spiel, durch das immer eine direkte Interaktion zwischen Therapeut und Patient, sowie auch unter den Patienten, entsteht. In der Musik wird Beziehung gestaltet, Unsagbares wird hörbar, Gefühle dürfen ausgedrückt und integriert werden. Durch die Charakteristika der Musik können Stabilität, Struktur und Konzentration sowie Aktivierung oder Entspannung erzeugt werden. Auch wenn Themen der Vergangenheit oder Probehandeln in den Vordergrund rücken können, wird die Wahrnehmung für das „Hier und Jetzt“ geschärft, da die Musik immer nur im Augenblick existiert. Durch das gemeinschaftliche Erleben und Gestalten entsteht Kommunikation, selbst wenn sprachliche Möglichkeiten eingeschränkt sind.

Physiotherapie

Die Physiotherapie behandelt vornehmlich Ungleichgewichte im Stütz- und Bewegungsapparat des Menschen. Eingeschränkte oder veränderte Körperstrukturen und Bewegungsabläufe werden positiv beeinflusst bzw. wiederhergestellt.
Zur Anwendung kommen verschiedene „klassische“ Methoden wie u.a. aktive Physiotherapie, Manuelle Therapie, Massage, Manuelle Lymphdrainage und Elektrotherapie; ebenso auch Craniosakrale Therapie und therapeutisches Boxen.

 

Bewegungstherapie

In der Bewegungstherapie wird der Mensch ganzheitlich in seinen körperlichen, emotionalen und kognitiven Funktionen gesehen und behandelt.
In einem geschützten Rahmen kann er die eigenen Fähigkeiten kennenlernen und erproben: beim Sport, im Spiel, beim Tanz, im Umgang mit Geräten und zusammen mit anderen Teilnehmern; er kann seine Kraft spüren und das Loslassen üben.
Die Ziele der Bewegungstherapie:

  • Fördern der Eigenaktivität durch Aufforderung zum Finden eigener Bewegungen und zum selbständigen Handeln
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Kanalisierung überschüssiger Energien, Aktivierung, Spannungsaufbau und Spannungsabbau
  • Erfahrung von Ordnung und Struktur in Raum und Zeit
  • im Umgang mit den Mitmenschen Grenzen wahrnehmen, Verantwortung und Vertrauen entwickeln.

Klinikseelsorge

Die Seelsorge bietet Raum für spirituelle und religiöse Themen.
Im Krankenhaus brauchen auch Seele und Geist heilsame Erfahrungen und Begegnungen. Stabilität und Gesundheit werden durch Sinnhaftigkeit und Werte gestärkt.
Unabhängig von Konfession, Religion oder Weltanschauung können Einzelgespräche mit der Klinikseelsorge vereinbart werden. Außerdem bietet die Seelsorge einen Gesprächskreis zu Sinn- und Lebensfragen, spirituelle Spaziergänge, Meditationen und Besinnungen an.

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