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Behandlung mit Biologika (TNF-alpha-Hemmern)

Sie leiden an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (M. Crohn oder Colitis ulcerosa).
Medikamente, die in der Therapie dieser Erkrankungen zum Einsatz kommen können, sind

  • Kortison (meist das „Prednisolon“)
  • Kortison-freie Entzündungshemmer: Mesalazin (z.B. Salofalk®, Pentasa®, Claversal®) oder Sulfasalazin (Azulfidine®)
  • Immunhemmer: Azathioprin (z.B. Imurek®) oder 5-Mercaptopurin (z.B. Purinethol®)
  • Biologika / TNF-alpha-Hemmer: Infliximab (Remicade®), Adalimumab (Humira®) oder Certolizumab (Cimzia®)

Aktuell haben wir Ihnen eine Behandlung mit dem TNF-alpha-Antikörper

  • Infliximab (Remicade®)
  • Adalimumab (Humira®)
  • Certolizumab (Cimzia®)

empfohlen und wollen Sie zu diesem Medikament informieren.

Was sind „TNF-alpha-Hemmer“ ? Wie wird die Behandlung mit TNF-alpha-Hemmern durchgeführt?

Es handelt sich hierbei um pharmazeutisch hergestellte Antikörper, d.h. Eiweiße, die sich an Botenstoffe der Entzündung im Körper (d.h. TNF-alpha) heften und so Entzündungsreaktionen bremsen können. Diese Medikamente kommen bei verschiedenen menschlichen Entzündungskrankheiten zum Einsatz: v.a. bei rheumatischen Erkrankungen des Skelettsystems und eben bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.
Derzeit in der Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen zugelassene Antikörper sind Infliximab (Remicade®), Adalimumab (Humira®) und Certolizumab (Cimzia®).
Infliximab (Remicade®) ist für die Behandlung von M. Crohn und Colitis ulcerosa zugelassen. Adalimumab (Humira®) und Certolizumab (Cimzia®) ausschließlich für die Behandlung des M. Crohn.
Infliximab wurde als erster Antikörper 1999 in der Therapie des M. Crohn zugelassen, d.h., dass mit diesen Medikamenten erst seit 10 Jahren Erfahrungen bestehen.

Infliximab (Remicade®) wird als kurze Infusion über eine Vene nach folgendem Zeitplan verabreicht:
Woche 0: 1. Infusion
Woche 2 (d.h. 2 Wochen später): 2. Infusion
Woche 6 (d.h. 4 Wochen später): 3. Infusion
Woche 14 (d.h. 8 Wochen später): 4. Infusion
weitere Infusionen alle 8 Wochen

Die Dosis pro Infusion richtet sich nach Ihrem Körpergewicht und beträgt in der Regel 15 mg/kg. 
Vor der eigentlichen Infliximab-Infusion erhalten Sie über die Vene ein Medikament, das mögliche allergische Reaktionen verhindern soll (H1-Blocker, z.B. Fenistil®).
Nach der Infusion müssen Sie noch für zwei Stunden in der Praxis bleiben, weil es in diesem Zeitraum zum Auftreten allergischer Reaktionen kommen kann.

Adalimumab (Humira®) wird alle zwei Wochen als Spritze unter die Haut („subkutan“) verabreicht.

Certolizumab (Cimzia®) wird alle vier Wochen als Spritze unter die Haut („subkutan“) verabreicht.

Wann kann mit einem Beginn der Wirkung gerechnet werden ? Wie lange wird die Behandlung mit Biologika fortgesetzt?

Wenn TNF-alpha-Hemmer wirken, ist dies häufig bereits nach wenigen Tagen, spätestens nach wenigen Wochen zu spüren.

Sollte sich die Therapie bei Ihnen als wirksam erweisen, wird sie in der Regel zunächst über 1 Jahr fortgesetzt. Für die meisten TNF-alpha-Hemmer und Krankheitssituationen ist die optimale Therapiedauer heute noch nicht geklärt, so dass über ein Therapieende häufig individuell entschieden werden muss.

Welche Nebenwirkungen oder Komplikationen kann es geben?

Während bzw. unmittelbar nach der Anwendung kann es zu Beschwerden wie

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Juckreiz
  • Nesselsucht
  • Brustschmerz
  • Luftnot

kommen.

Später können

  • Virusinfekte
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall
  • Hautausschlag,
  • Blasenentzündungen
  • Brustschmerzen

auftreten.

Immer sollten Sie uns bei den folgenden Symptomen informieren:

  • Fieber, Lymphknotenschwellungen
  • schwere oder neue Bauchschmerzen
  • vermehrte Blutergüsse
  • hohe Blutdruckwerte (>180/100 mmHg)
  • Husten oder Luftnot
  • Depression, Verwirrtheit, Unruhe
  • neu aufgetretene und starke Gelenkbeschwerden
  • Nachtschweiß
  • Gewichtsabnahme

In Bezug auf Nebenwirkungen und Komplikationen ist entscheidend, dass sie früh erkannt und rechtzeitig behandelt werden. In aller Regel bilden sie sich dann vollständig zurück und die Behandlung muss nicht immer abgebrochen werden

Welche Untersuchungen sind vor Beginn der Biologika -Therapie notwendig?

Vor Beginn der Therapie müssen vielleicht bislang nicht erkannte Erkrankungen ausgeschlossen werden. Hierbei handelt es sich insbesondere um Infektionskrankheiten (z.B. Tuberkulose, Virus-Entzündungen der Leber), um sogenannte Autoimmun-Krankheiten und Erkrankungen von Herz und Kreislauf.

Welche Untersuchungen und Kontrollen sind während der Therapie notwendig?

Vor jeder neuen Verabreichung eines Biologikums / TNF-alpha-Hemmers muss besprochen werden, ob im Laufe der bisherigen Therapie oder nach der letzten Verabreichung Besonderheiten zu beobachten waren, insbesondere Zeichen einer Infektion wie Fieber, Schüttelfrost, Husten, Halsschmerzen, Schmerzen beim Wasserlassen oder ähnliches. Weiter werden vor jeder Verabreichung Laboranalysen veranlasst, d.h. eine Blutabnahme erforderlich.

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