Medius Kliniken Kirchheim, Ruit und Nürtingen

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Nachsorge

Der Nachsorge kommt nach abgeschlossener Brustkrebstherapie besondere Bedeutung zu, um den Behandlungserfolg sicherzustellen. Im Einzelnen geht es um die Punkte:

Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig:

  • um frühzeitig zu erkennen, ob sich ein neuer Tumor entwickelt, so dass dieser optimal bekämpft werden kann.
  • um Folgeerkrankungen, die im Rahmen einer Brustkrebserkrankung auftreten können, zu diagnostizieren und zu behandeln
  • um Ihnen bei der Lösung und Verarbeitung von körperlichen, psychischen und sozialen Problemen zu helfen und schließlich,
  • um Ihnen die Gewissheit zu geben, dass tatsächlich alles in Ordnung ist.

Die Nachsorgeuntersuchung wird in der Regel von Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin durchgeführt.Die Kontrolluntersuchung sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen, anfangs alle 3 Monate, nach 3 Jahren alle 6 Monate. Im Mittelpunkt der Nachsorgeuntersuchung stehen Sie als Patientin. Der Arzt erkundigt sich nach Ihrem Befinden und möchte wissen, wie Sie Ihre Leistungsfähigkeit einstufen. Daneben wird auf mögliche Beschwerden oder körperliche Veränderungen besonderes Augenmerk gelegt. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung wird vor allem auf Symptome geachtet, die auf das Wiederauftreten eines Tumors hindeuten.

Nachsorgeschema

Die Deutsche Gesellschaft für Senologie empfiehlt für Frauen nach abgeschlossener Brustkrebsbehandlung folgendes Nachsorgeschema:

Jahre nach Brustkrebstherapie1.-3. Jahr4.-5. Jahr6.-10. Jahr

Anamnese

Untersuchung der Brust

Aufklärung/ Information

Alle 3 MonateAlle 6 MonateJährlich
Gyn. UntersuchungJährlichJährlichJährlich
Selbstuntersuchung der BrustMonatlichMonatlichMonatlich

Mammografie /

Sonografie der erkrankten Brust /

Brust

Mind. jährlich, besser halbjährlichMind. jährlich, besser halbjährlichMind. jährlich, besser halbjährlich

Mammografie /

Sonografie der erkrankten Brust / Brustwand

JährlichJährlichJährlich
Sonstige BildgebungBei klinischem verdachtBei klinischem VerdachtBei klinischem Verdacht

 

Ab dem 10. Jahr nach Brustkrebs sollten Sie bei Ihrem Arzt/Ärztin im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogrammes regelmäßige Kontrollen wahrnehmen.

Das Ziel dieser Untersuchungen ist es, möglichst frühzeitig ein Wiederauftreten von Brustkrebs oder Metastasen zu erkennen und zu behandeln, damit Sie optimale Heilungschancen haben.

Unabhängig von den vorgesehenen Untersuchungsterminen können Sie sich jederzeit und mit allen Problemen an Ihren Arzt/Ärztin wenden. Dort erhalten Sie auch weitere Ansprechpartner vermittelt, die für Sie wichtig werden können. Entsprechende Informationen erhalten Sie ebenfalls bereits im Rahmen des stationären Aufenthalts.

Die Unterstützungsangebote reichen von Informationen über Selbsthilfegruppen Betroffener, bis hin zu Psychologen, Psychiatern und Physiotherapeuten. Auch Hilfestellungen hinsichtlich Ihres Berufs- und Arbeitslebens können gegeben oder Rehabilitationsmaßnahmen eingeleitet werden.

Wichtig ist, dass Sie sich über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten und Angebote gut informiert fühlen. Dadurch können Sie die Entscheidung für die Gestaltung Ihres weiteren Lebens vielleicht leichter treffen.

Selbstuntersuchung der Brust

Auch Sie selbst übernehmen einen wichtigen Teil der Nachsorge, indem Sie Ihre Brust regelmäßig selbst untersuchen. Dadurch tragen Sie dazu bei, einen eventuell auftretenden zweiten Tumor frühzeitig zu erkennen.

Wichtig ist, dass Sie die Selbstuntersuchung regelmäßig einmal im Monat durchführen. Der beste Zeitpunkt ist innerhalb der ersten 10 Tage nach der Monatsblutung, denn in dieser Zeit ist das Brustgewebe besonders weich.

In den Wechseljahren und den Jahren danach untersuchen Sie Ihre Brust entweder immer am gleichen Tag im Monat oder wählen bei Hormoneinnahme einen bestimmten Tag etwa eine Woche nach Anbruch der neuen Monatspackung.

Am sichersten lässt sich die Brust beim Baden, Duschen oder Eincremen beurteilen. Sollten Sie bei Ihrer Tastuntersuchung etwas Auffälliges bemerken, gehen Sie bitte unverzüglich zu Ihrem Arzt zur weiteren Abklärung. In bis zu 80% der Fälle werden bei der Selbstuntersuchung gutartige Veränderungen entdeckt. Dennoch ist eine Klärung durch eine Untersuchung bei Ihrem Frauenarzt unerlässlich.

Es gibt verschiedene Methoden der Selbstuntersuchung der Brust, je nach körperlichen Gegebenheiten. Fragen Sie Ihren Arzt, welches die für Sie geeignetste Methode ist und welches Vorgehen er Ihnen empfiehlt. Nach einer brusterhaltenden Operation sollten Sie besonders auf der operierten Seite auf Veränderungen der Operationsnarbe und der Haut achten.

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Wie lässt sich nun eine Selbstuntersuchung durchführen?

1. Stellen Sie sich vor den Spiegel, die Hände auf die Hüften gestützt. Beobachten Sie:

  • Hat sich die Brustgröße oder die Lage auffallend verändert?
  • Unterscheidet sich eine Brust deutlich von der anderen?

2. Heben Sie die Arme an:

  • Folgen die Brüste der Bewegung?
  • Ist die Höhe der Brustwarzen gleichmäßig?

3. Legen Sie sich auf den Rücken:

  • Legen Sie die Hand unter den Kopf auf der Seite, die untersucht werden soll.
  • Tasten Sie die Brust vorsichtig mit den Fingerspitzen der anderen Hand ab.
  • Halten Sie dabei die Finger gerade und geschlossen.
  • Gehen Sie dabei unbedingt systematisch vor: zuerst vom Brustbein zur Brustmitte, dann von außen zur Brustmitte. Anschließend parallel von unten nach oben und von oben nach unten die Brust abtasten. Vergessen Sie auch nicht die mittleren Bezirke um den Warzenhof herum.
    Die Achselhöhle und das Gewebe zwischen Brust und Achselhöhle sollten ebenfalls abgetastet werden.

4. Im Sitzen oder Stehen:

  • Legen Sie eine Hand unter die Brust und heben Sie die Brust leicht an.
  • Fühlen Sie mit der anderen Hand die Brust streichend und tastend vorsichtig ab.
  • Prüfen Sie auch, ob sich aus den Brustwarzen ohne Kraftaufwendung eine Absonderung herausdrücken lässt.

Behalten Sie ein einmal gewähltes Abtastschema bei, da Ihnen so am sichersten etwaige Veränderungen frühzeitig auffallen. Bei jeder auffälligen Veränderung, die Sie an ihrem Körper bemerken, sollten Sie Ihren Arzt /Ärztin um Rat zu fragen.

Insbesondere bei:

  • Tastbaren Knoten oder Verhärtungen
  • Einziehungen oder Veränderungen der Brustwarze
  • Blutigen Absonderungen aus der Brustwarze
  • Veränderungen von Form oder Größe der Brust
  • Hautveränderungen an der Brust
  • Anhaltenden Schwellungen der Lymphknoten in der Achselhöhle

Ernährung

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Brustkrebs häufiger bei übergewichtigen Frauen nach den Wechseljahren auftritt. Ursache ist wahrscheinlich der Einfluss des Fettgewebes auf den Hormonspiegel.

Ob die Ernährung ebenfalls einen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko hat, ist bislang nicht eindeutig bewiesen. Da Brustkrebs in den westlichen Industrienationen jedoch häufiger auftritt, geht man von einem Einfluss der unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten aus, besonders hinsichtlich des Fettgehalts. Allerdings fehlen dafür eindeutige Beweise. Sicher ist, dass eine Diät allein die Entstehung von Brustkrebs nicht verhindern kann, da die Erkrankung das Ergebnis vieler Einflussfaktoren ist.

Sinnvoll ist eine abwechslungsreiche Kost, bei der auch Fleisch auf dem Speiseplan stehen darf. Dabei sollten Sie jedoch Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen und Kohlenhydraten sowie mageres Fleisch und Fisch bevorzugen. Nach der Vorstellung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte die Nahrung ca. 60 % Kohlenhydrate, 15 % Eiweiß und 25 % Fett enthalten.

Alle Mahlzeiten sollten Sie frisch zubereiten, da aufgewärmte Gerichte an Qualität verlieren.
Damit möglichst wenig Nährstoffe verloren gehen, sollte das Essen mit wenig Wasser und mit kurzen Garzeiten gekocht werden.

Auf die zusätzliche Einnahme von Vitaminkapseln oder -tropfen können Sie bei einer abwechslungsreichen, ballaststoffhaltigen Kost verzichten. Nur bei besonderen Herausforderungen an das Immunsystem wie zum Beispiel bei grippalen Infekten oder in Stesssituationen sollten Sie Ihrem Körper vorsorglich eine höhere Menge an VitaminC und Beta-Katotin ( = VitaminA ) zuführen.

Sport

Viele Patientinnen vermeiden nach einer Krebsoperation körperliche Belastungen und betreiben keinen Sport mehr. Oft wird der Arm auf der operierten Seite wegen eventueller Schmerzen oder aus Angst vor „falschen Bewegungen“ nicht mehr bewegt und der Blutrückfluss im Arm wird schlechter. Derartige Schonhaltungen können dann erst recht zu schmerzhaften Muskelverspannungen oder zu Ödemen führen. Ödeme können sich ebenfalls leichter bilden, wenn die Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt wurden.

Generell gilt: Ausdauersport ist besser als risikoreicher Wettkampfsport!

Sportarten wie Wandern, leichtes Tennis oder Schwimmen können Sie ohne Angst betreiben. Vielerorts gibt es zudem „Sportgruppen nach Krebs“, die von den Kassen gefördert werden. Adressen von Sportgruppen in Ihrer Nähe können Sie von Ihrem betreuenden Arzt/Ärztin oder beim Landessportverband erhalten. Daneben bietet der Verein zur Förderung der Gesundheit an den Kreiskrankenhäusern Kirchheim unter Teck und Nürtingen ein abwechlungsreiches Kursprogramm an.

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