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Knorpeltherapie

Arten von Knorpelschäden am Kniegelenk

Man kann unterscheiden degenerative (Arthrose) und unfallbedingte Knorpelschäden. Degenerative Knorpelschäden sind in der Regel großflächig bzw. betreffen beide Gelenkpartner, so dass ein Knorpelersatz nicht möglich ist. Die Behandlung der Arthrose ist altersabhängig entweder die achskorrigierende Umstellungsoperation oder die Implantation einer Gelenkprothese.

Der unfallbedingte Knorpelschaden kann entweder direkt oder durch ein lokal begrenztes Absterben des Knorpels entstehen. Der entstandene Defekt liegt innerhalb einer ansonsten weitgehend intakten Knorpelfläche, vergleichbar mit einem Krater innerhalb einer ansonsten flachen Landschaft.
 
Solch ein Defekt lässt sich mit Knorpelmaterial auffüllen, wobei die Altersgrenze zur Zeit bei ca. 55 Jahren liegt.

Behandlungsarten

Microfracturing
Der knöcherne Grenzmembran des Defekts wird mit einem Spezialinstrumentarium (feiner Spitzmeißel) mehrfach perforiert. Über die Perforationen wird der Defekt mit einem Blutgerinnsel aufgefüllt. Das Gerinnsel enthält spezielle Zellen, die aus dem Blutgerinnsel ein knorpelähnliches Gewebe bilden.
Die Methode eignet sich insbesondere für junge Patienten mit einem Knorpeldefekt von maximal 2 cm².

AMIC – Autologe Matrixinduzierte Chondrogenese
Wie beim Microfracturing wird zunächst der Knochengrund des Defekts perforiert, der Defekt dann mit einem dreidimensionalen schaumstoffartigen Gewebe/Matrix ausgefüllt. Die Matrix dient den Knochenmarkzellen als Leitstruktur, Knorpelgewebe entsteht durch Umwandlung der Knochenmarkzellen in Knorpelzellen, die den Defekt gesteuert verschließen.

OATS – Osteochondral autologe Transplantation
Aus einem gesundem Gelenkabschnitt entweder des betroffenen oder aber auch aus dem Kniegelenkwird mit speziellen Stanzen ein Knorpel – Knochen Zylinder, welcher außerhalb der Belastungszone liegt, entnommen und mittels Pressfit in den dafür vorbereiteten Knorpeldefekt verklemmt.
Es handelt sich um eine im Hinblick auf das Ergebnis sehr sichere Methode, welche jedoch schon allein durch die begrenzte Fläche an entnehmbarem Knorpel limitiert wird.


ACT  Autologe Chondrocytentransplantation
Nach arthroskopischer Entnahme einer kleinen Knorpelprobe wird aus dieser ein Knorpellappen gezüchtet.
Dieses Präparat kann dann 6 Wochen später in den Defekt implantiert werden.
Es handelt sich um ein technisch aufwändiges Verfahren, welches jedoch bei großen Knorpeldefekten einen guten Erfolg verspricht. Geeignet auch für Gelenke bei denen andere Rekonstruktive Maßnahmen versagt haben.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung gestaltet sich v.a. sehr Zeitaufwändig.
Bis zur Vollbelastung vergehen i.d.R. ca. 12 Wochen.
Der Aufwand ist jedoch in jedem Falle gerechtfertigt, zumal auf diese Weise ggf. dauerhaft eine Gelenkprothese vermieden werden kann.

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