medius Klinik Ruit

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Behandlung schwerer Fehlbisse (Dysgnathien)

Die Behandlung schwerer Fehlbisse ist seit vielen Jahren Schwerpunkt der chirurgischen und wissenschaftliche  Arbeit von Dr. mult. Kretschmer. Trotz moderner kieferorthopädischer Behandlungsmöglichkeiten, lässt sich bei schweren Fehlbissen mit konservativen Mitteln nicht immer ein optimales Ergebnis erzielen.  Ausgeprägte Wachstumsschübe nach erfolgreicher kieferorthopädischer Behandlung erfordern gelegentlich eine erneute Behandlung mit festsitzenden Apparaturen und chirurgischer Unterstützung nach Abschluss des Wachstums.

Die Erstberatung in der Dysgnathiesprechstunde erfolgt in der Regel auf Veranlassung des behandelnden Kieferorthopäden. Modelle, Röntgenbilder sowie ein kieferorthopädischer Behandlungsplan sollten bei diesem Termin mitgebracht werden. Nach eingehender Untersuchung sowie Analyse der Modelle und Röntgenbilder wird ein gemeinsamer kieferorthopädisch-kieferchirurgischer Behandlungsplan erstellt. In den meisten Fällen erfolgt zunächst eine Ausformung der Zahnbögen mit festsitzenden Apparaturen (Multiband). Die knöcherne Fehlstellung der Kiefer wird dann chirurgisch korrigiert. Je nach Ausprägung des Fehlbisses kann eine Verlagerung von Oberkiefer, Unterkiefer oder beiden Kiefern (bimaxilläre Osteotomie) erforderlich sein.  Neben der Einstellung eines normalen Bisses (Okklusion) müssen ästhetische und funktionelle Aspekte (z.B. entspannter Lippenschluss) berücksichtigt werden. Daher ist eine Operationsplanung aller drei Dimensionen erforderlich. Eine besondere Berücksichtigung sollte hierbei das Kiefergelenk erfahren.

Die Eingriffe der Fehlbisschirurgie erfolgen durch die Mundhöhle. Es sind also keine äußeren Narben sichtbar. Neben der Verlagerung des gesamten Oberkiefers (Le Fort I Osteotomie) oder des gesamten Unterkiefers (sagittale Spaltung), können auch einzelne Teile (Segmente) beider Kiefer korrigiert werden. Die Operationen erfolgen im Rahmen eines ca. einwöchigen stationären Aufenthaltes in Vollnarkose.  Die früher übliche „Verdrahtung“ der Kiefer wird in der Regel nicht mehr durchgeführt. Nach sechs Wochen ist in den meisten Fällen eine normale Kost möglich.
Ein Jahr nach dem Eingriff sollten die Platten und Schrauben, mit denen die Kiefer in der neuen Position fixiert wurden, im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes entfernt werden.
Bei ausgeprägten Fehlbissen ist gelegentlich eine chirurgische Vorbehandlung erforderlich. Bei sehr schmalem Oberkiefer kann z.B. vor der kieferorthopädischen Behandlung durch das sogenannte Distraktionsverfahren eine stabile Verbreiterung des Oberkiefers erreicht werden.
Die Distraktionsoperation erfolgt in Vollnarkose im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes. Der Distraktionsvorgang beginnt am 4. Tag nach der Operation und kann vom Patienten oder seinen Angehörigen selbstständig durchgeführt werden.

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