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Schenkelhalsfraktur

Eine der häufigsten Knochenbrüche betrifft das obere Ende des Oberschenkels, einerseits am Schenkelhals, andererseits in der s.g. pertrochantären Region also etwas weiter unten.
Die Unterscheidung dieser Frakturen wirkt auf den ersten Blick vielleicht spitzfindig. Macht man sich aber klar, dass diese Frakturtypen eine ganz unterschiedliche Behandlung nach sich ziehen, wird der Unterschied deutlich.

Frauen in fortgeschrittenem Alter sind betroffen. Hier spielt die Osteoporose in der Altersklasse von 60 aufwärts eine entscheidende Rolle. Es genügen oft unspektakuläre Ereignisse, um den Oberschenkel am oberen Ende brechen zu lassen. Schenkelhalsbrüche können ohne wesentliche Fehlstellung entstehen und machen dann auch anfänglich kaum Beschwerden. Bei fortwährender Belastung verschieben sich die Frakturen, was schließlich zur Gangunfähigkeit führt. Meist ist die Fraktur aber von Anfang an verschoben, verursachen typische Schmerzen und sind leicht zu diagnostizieren. Unverschobene Frakturen können im Röntgenbild leicht übersehen werden.
Bei der pertrochantären Fraktur liegt das Bein in Außenrotationsstellung und Verkürzung.
Die Diagnose ist dann schnell klinisch zu stellen und bedarf nur zur Bestätigung ein Röntgenbild.

Die Therapie hängt von einigen Voraussetzungen ab. Bei jüngeren Menschen unter 60-70 Jahren zielen wir darauf ab, das Hüftgelenk zu erhalten. Bei älteren Patienten ist bei der Schenkelhalsfraktur die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks die Methode der Wahl. Bei der pertrochantären Fraktur hingegen muss das Hüftgelenk in jeder Altersklasse erhalten werden, die Implantation einer Endoprothese (künstl. Gelenk) ist hier nicht möglich.

Therapie der Schenkelhalsfraktur

Bei der günstigen Variante, bei der der Hüftkopf sich auf dem Schenkelhals verhakt hat, besteht die Therapie in der Sicherung der günstigen Stellung durch drei parallele Schrauben, die über einen winzigen Schnitt eingebracht werden können. Hier kann bisweilen sogar auf eine Operation ganz verzichtet werden. Ist der Hüftkopf aber abgeknickt, muss er eingerichtet und fixiert werden.
Dies erfolgt i.d.R. mittels einer s.g. Dynamischen Hüftschraube (DHS). Dabei wird eine dicke Schraube in den Schenkelhals und Kopf eingedreht. Am äußeren Ende wird eine Hülsenplatte  übergestülpt, deren Plattenanteil am Oberschenkelschaft angeschraubt wird. Bei älteren Menschen insbesondere mit Osteoporose oder gar Arthrose des Hüftgelenks wird eine zementierte Hüftprothese implantiert, da wir hier nicht auf Knochenheilung angewiesen sind. Die Patienten können sofort wieder aufstehen und das Bein belasten.

Therapie der pertrochantären Fraktur

Die Stabilisierung erfolgt entweder mit der DHS also dem gleichen Implantat wie bei der Schenkelhalsfraktur oder mittels eines Nagelsystems, bei dem die Schraube im Schenkelhals über einen Zielbügel in ein in den Markraum eingebrachten Nagel platziert wird. Bei dieser Fraktur muss der Knochen heilen, was ca. 6 Wochen in Anspruch nimmt.

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