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Zwischenfall im Kreißsaal - Training für den Ernstfall

10.01.2013 08:37 Uhr

Der Ernstfall kommt selten vor. Deshalb muss er trainiert werden. Ähnlich wie Piloten haben jetzt Gynäkologen, Anästhesisten und Hebammen an der Nürtinger Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Kreißsaal Krisen simuliert und dabei gelernt, den Notfall zu beherrschen.
Puppen ersetzen Patienten. Aber die Puppen sprechen – eine Hebamme verleiht der Plastikmutter Stimme und klagt über Schmerzen oder Übelkeit. Die acht Instruktoren steuern über Computer die Werte der Patientin und des Neugeborenen: Der Puls wird schneller, der Blutdruck sackt ab. Dr. Thomas Kieber, Oberarzt  der Anästhesie an der Nürtinger Klinik, hat im Rahmen seiner Ausbildung in Tübingen das Kreißsaaltraining kennen gelernt und mit entwickelt: „Bei dem realitätsnahen Training wird neben den medizinischen Fähigkeiten auch die Kommunikation geübt – denn die ist oft schuld an Fehlern in Notfällen.“ Holt die Hebamme rechtzeitig den Gynäkologen zu Hilfe, kommt der Anästhesist für die Narkose im richtigen Moment, werden ohne Hektik und Zeitverlust im Kreißsaal die geeigneten Maßnahmen ergriffen? Die 25 Teilnehmer des Trainings fühlen sich nach der Übung besser gewappnet für den Ernstfall. Professor Dr. Andreas Funk, Chefarzt der Gynäkologie in Nürtingen, ist begeistert: „Gerade weil wir in Nürtingen sehr selten Notfallsituationen im Kreißsaal erleben, ist es wichtig, diese zu üben.“ Sein Kollege, Professor Dr. Torsten Schröder, Chefarzt der Anästhesie, pflichtet bei: „Medizin ist heute Teamwork. In der Simulation üben wir ein, dass jeder in der Krise weiß, was er zu tun hat.“ Das Training wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Patientensicherheit und & Teamtraining von Dr. Marcus Rall durchgeführt, der sich seit über 15 Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Nach einem einleitenden Vortrag werden die Notfälle durchgespielt und danach ausführlich mit den Instruktoren – erfahrenen Ärzten und Hebammen – besprochen. Ergänzt wird das Zwischenfalltraining durch eine Schulung am CTG, dem Kardiotokographen, der gleichzeitig die Herzfrequenz des Babys und die Wehentätigkeit der Mutter aufzeichnet.
Kieber ist zufrieden mit der Premiere: „Das wird keine Eintagsfliege – wir werden das zu gegebener Zeit wiederholen, damit auch im Notfall jeder Handgriff sitzt.

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