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Psychiatrie der Kreiskliniken Esslingen bekommt weitere Betten

23.03.2016 08:00 Uhr

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Kreiskliniken Esslingen erhöht ihre Bettenzahl um 16 Betten. Statt derzeit 190 sogenannter Planbetten werden es ab dem 1. April 2016 206 Planbetten sein. Der Landeskrankenhausausschuss hat einem entsprechenden Antrag der Kreiskliniken Esslingen in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Damit wird der großen Nachfrage nach stationärer Behandlung in der Psychiatrie Rechnung getragen. Thomas A. Kräh, der Geschäftsführer der Kreiskliniken, freut sich über den Bescheid aus Stuttgart: „Das ist eine gute Nachricht, vor allem für unsere Patienten, deren Angehörigen und den psychiatrischen Partnern im ambulanten psychiatrischen Versorgungsnetzwerk im Landkreis Esslingen. Angesichts der Zunahme psychischer Erkrankungen brauchen wir diese Betten dringend.“ 

Im Herbst 2014 ist die Psychiatrie von Plochingen nach Kirchheim umgezogen. Derzeit wird in Kirchheim gebaut und damit Platz geschaffen für die Psychiatrie Nürtingen, die nach Kirchheim verlegt wird. Dann wird die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Klinik Kirchheim mit 206 Planbetten konzentriert. Alleine seit 2013 ist die Zahl der Belegungstage der Klinik insgesamt um vier Prozent auf über knapp 67.600 gestiegen. Als Richtwert für die Bettenauslastung gibt der Landeskrankenhausplan 90 Prozent an. 2015 lag die Auslastung bei den Kreiskliniken Esslingen bei 97,5%. Der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Professor Dr. Christian Jacob, ist deshalb erleichtert: „Die Patienten mussten teilweise lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Das sehe ich immer mit einem traurigen Auge, denn bei psychischen Erkrankungen ist langes Warten auf einen stationären Platz für die Patienten und deren Angehörigen oft nicht zumutbar.“

Auch ein bundesweiter Vergleich spricht für das Aufstocken der Psychiatrie. Das Statistische Bundesamt gibt eine Bandbreite von 0,64 bis 1,0 Betten je 1.000 Einwohner für die Psychiatrie an. Im Kreis Esslingen werden derzeit nur 0,371 Betten pro 1.000 Einwohner gezählt.

Kräh weist deshalb auf die Dringlichkeit der Erweiterung hin: „Derzeit ist eine medizinische Versorgung der Psychiatriepatienten nur mit großem Einsatz unserer Mitarbeiter sicher zu stellen.“

Auch das Sozialministerium begrüßt die Entwicklung am Klinikum Kirchheim-Nürtingen sehr, so Kräh, weil die Zusammenführung des Fachgebiets Psychiatrie und Psychotherapie - einschließlich der 18 tagesklinischen Plätze - an einen Standort im Landkreis Esslingen positiv zu bewerten ist. Dies kann zu einer qualitativen und wirtschaftlichen Verbesserung führen. Ebenso positiv ist aber auch die Verlagerung der 18 tagesklinischen Plätze an den Standort Kirchheim zu bewerten. Damit wird ein durchgehendes Behandlungssetting an einem Standort gewährleistet, so Chefarzt Prof. Dr. Jacob. Beide, Chefarzt Jacob und Geschäftsführer Kräh sind sich einig, in den nächsten Jahren auch die ambulanten Versorgungsangebote in Form der psychiatrischen Institutsambulanzen regional in enger Abstimmung mit den Netzwerkpartner auszubauen.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ist baulich direkt mit der Klinik Kirchheim verbunden. Fachleute sehen darin einen großen Vorteil, weil psychosomatische Faktoren zunehmend wichtig werden und eine enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen der Akutklinik und der Psychiatrie daher geboten ist. Hinzu komme, dass der wissenschaftliche Fortschritt zu einer zunehmenden Spezialisierung mit differenzierten diagnostischen therapeutischen Angeboten für die verschiedenen psychischen Erkrankungen führt. Dies ist aber nur bei einer ausreichend großen Klinik möglich, die derartige Spezialisten auslasten kann.

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