Medius Kliniken Kirchheim, Ruit und Nürtingen

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Neues Diagnosegerät für Tumorerkennung

25.03.2010 00:00 Uhr

Das PET/CT-Zentrum Neckar-Filder am Paracelsus Krankenhaus in Ruit hat jetzt den Betrieb aufgenommen. Das PET/CT ist ein Kombinationsgerät aus PET  (Positronen-Emissions-Tomographie) und CT (Computertomographie). Das CT-Gerät bildet die Gewebestrukturen des menschlichen Körpers ab. Die PET-Untersuchung zeigt, wo der Stoffwechsel schneller verläuft, was auf kranke Zellen hindeutet.  
Der Vorteil eines PET/CT Kombinationsgerätes liegt darin, dass kleine Stoffwechselveränderungen durch die Überlagerung mit den CT-Bildern schnell als bösartiges Gewebe, also Tumore, erkannt und exakt dargestellt werden.
Zum Einsatz kommt in Ruit das neu entwickelte PET und CT- Kombinationsgerät "mCT" von Siemens, das jetzt erstmals in der Region installiert wurde. Das "m" steht für molekulare Bildgebung, CT für die Computertomographie.

Ein großer Vorteil dieses Gerätes: Seine Röhre hat einen etwa acht Zentimeter größeren Durchmesser als herkömmliche PET/CT Geräte. Mit 78 Zentimetern Röhrendurchmesser ist die Untersuchung für Patienten, die zur Platzangst neigen, deutlich angenehmer. Die „Angst von der Röhre“ entfällt weitgehend. Die größere Öffnung ermöglicht zudem die Untersuchung von deutlich übergewichtigen Patienten. Patienten, bei denen eine Strahlentherapie erforderlich ist,  profitieren von der modernen Technik ebenso: die Bestrahlungsplanung kann auf Grund der Information der PET und CT-Daten noch exakter erfolgen. So können die optimale Bestrahlungsdosis und die Bestrahlungsregion besser ermittelt werden. Das Gerät verfügt nicht nur über eine größere Öffnung sondern auch über ein vergrößertes Abtastfeld. Dies erlaubt sehr kurze Untersuchungszeiten. Die Patienten müssen in dem Gerät nicht mehr so lange ruhig und bewegungslos liegen. Die erforderlichen Untersuchungszeiten verringern sich auf ca. 10-15 Minuten.

Eine weitere Neuigkeit ist, dass durch die Atmung des Patienten verursachte „Verzeichnungen“ in den Bilddaten mit einer neu entwickelten speziellen Technik problemlos korrigiert werden können.

Die größten Vorteile des PET/CT-Verfahrens liegen in der Krebsdiagnose.  Die PET/CT-Untersuchung ermöglicht nahezu bei allen Tumorarten eine schnelle und effektive Beurteilung der Ausbreitung der Tumorerkrankung. Des Weiteren kann das Ansprechen auf eine Chemotherapie  bereits nach vier Wochen festgestellt werden und wenn es nötig ist, kann ein neues Therapieschema frühzeitig eingeleitet werden. Die Stärke der Technologie liegt in der  verlässlichen Erkennung von Tumorrezidiven und im Erkennen von Tochtergeschwülsten verschiedener Tumoren.

Die PET/CT ist auch ein etabliertes Verfahren in der neurologischen Bildgebung.  Demenzen, Epilepsien und Hirntumore können kurz nach Ausbruch der Krankheit auf Grund der typischen Stoffwechselmuster im Gehirn diagnostiziert werden. So kann bereits in einem sehr frühen Stadium der Krankheit die medikamentöse Therapie Erfolg versprechend eingeleitet werden.

Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die PET/CT-Diagnostik in der Kardiologie.  Ob nach einem Herzinfarkt die Muskulatur noch aus lebenden Muskelzellen besteht oder ob die Muskulatur abgestorben ist, kann mit dieser Methode dargestellt werden.

Am häufigsten  wird bei der PET-Untersuchung eine schwach radioaktiv markierte Zuckerlösung in eine Vene verabreicht. Das PET-Gerät stellt die Zuckerverteilung im Patienten dar. Die Bereiche mit erhöhtem aber auch mit erniedrigtem Zuckerverbrauch lassen sich auf den Bildern gut abgrenzen. Tumore sowie Entzündungen  werden auf Grund des erhöhten Zuckerverbrauches auf einen Blick sichtbar. Der erniedrigte Zuckerstoffwechsel im Gehirn stellt charakteristische Muster unterschiedlicher Hirnerkrankungen dar.

Das nuklearmedizinische Team des PET-CT-Zentrums Neckar-Filder besteht aus Dr. med. Attila Szikszai und Dr. Bernhard Hörr. Beide Mediziner verfügen über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der PET Technik. Für die Diagnostische Radiologie ist Privatdozent Dr. med. Holger Greess zuständig, für die Strahlentherapie Dr. med. Mathias Geiger.

 


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