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Kontinenz- und Beckenbodenzentrum als Beratungsstelle rezertifiziert

30.07.2014 09:47 Uhr

Inkontinenz kann einsam machen. Manche Frau, mancher Mann zieht sich aufgrund der Blasenschwäche oder Stuhlinkontinenz aus der Familie und der Öffentlichkeit zurück. Die Frauenheilkunde, die Urologie, die Allgemeinchirurgie und die Physiotherapie am Paracelsus-Krankenhaus in Ostfildern-Ruit haben 2011 gemeinsam ein Kontinenz- und Beckenbodenzentrum gegründet, das Wege aus dieser Tabuzone aufzeigen will. 

Das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum wurde vor drei Jahren erstmalig als Beratungsstelle der Deutschen Kontinenzgesellschaft zertifiziert. Die Rezertifizierung ist nun von Seiten der Urogynäkologie für weitere drei Jahre erteilt worden.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Rahmen des Beckenbodenzentrums wird für die Patientinnen/en eine optimale und umfassende Diagnostik und Therapie ermöglicht.

Dr. Friedrich Sommer, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Paracelsus-Krankenhaus, zieht ein positives Fazit der ersten drei Jahre: “Wir wollten das Thema Inkontinenz aus der Tabuzone holen. Viele Frauen und Männer haben den Weg zu uns gefunden und wir konnten ihnen helfen.”  

Viele Frauen leiden unter einer Blasenschwäche und sind hierdurch in ihrem Alltag sehr beeinträchtigt. Dr. Sylvia Reichenbach, Oberärztin der Urogynäkologie hält eine spezielle Kontinenz– und Senkungssprechstunde, in der betroffene Frauen sich vorstellen und behandelt werden können. Nach entsprechender Diagnostik wird für die Patientin je nach Art und Schwere der Erkrankung ein individuelles Therapiekonzept erstellt. Dies umfasst sowohl konservative als auch spezielle operative Maßnahmen, die heutzutage minimal-invasiv durchgeführt werden (z. Bsp. Inkontinenzbändchen). Dr. Reichenbach zu ihren Erfahrungen: “Durch einen kleinen Eingriff können wir die Lebensqualität der Patientinnen deutlich steigern, wenn wir sie von ihrem Leiden befreien.”

Prostataleiden und -operationen sowie hohes Alter sind bei Männern oft Auslöser für Harninkontinenz. Dr. Winmar Jöckel, Oberarzt der Urologischen Abteilung, betreut diese Patienten in seiner Spezialsprechstunde. Daneben können bei Männern wie Frauen im Rahmen verschiedener Blasenstörungen, insbesondere auch neurologischen Grunderkrankungen wie zum Beispiel bei Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson, neben Restharnbildung auch eine Harninkontinenz auftreten. Nach oft langer Leidenszeit wird für die Betroffenen - meist nach einer Blasenfunktionsmessung, die für eine präzise Diagnosestellung unverzichtbar ist - eine maßgeschneiderte Therapie erstellt. Dabei stehen auch hier sowohl konservative Maßnahmen wie auch minimal-invasive Eingriffe im Vordergrund. Den meisten Patienten/innen kann damit geholfen werden. Dr. Winmar Jöckel, Oberarzt der Urologischen Abteilung, betreut diese Patienten in seiner Spezialsprechstunde. Dr. Jöckel zieht das Fazit: “Wir sind die einzige Urologische Klinik im Landkreis. Deshalb ist die Kontinenzberatung unverzichtbar und wird von den betroffenen Männern und Frauen dankbar angenommen.”

Im Bereich des Beckenbodens liegen Harnblase, Geschlechtsorgane und Darm nahe beieinander. Nicht selten wird bei der Diagnose auch eine Stuhlinkontinenz zum Thema. Hier ist die Chirurgische Abteilung gefordert, die eine spezielle proktologische Sprechstunde durchführt, die Michael Dick, Leitender Oberarzt der Allgemeinchirurgie, anbietet. Dick: “Stuhlinkontinenz ist stark tabuisiert. Dabei kann nicht selten mit einem unkomplizierten Eingriff geholfen werden.”

Die Behandlung wird zuletzt durch spezialisierte Physiotherapeuten aus dem Vitalcenter abgerundet. Bei vielen Patienten können durch gezieltes Training die Inkontinenzbeschwerden deutlich verbessert werden.

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