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Kirchheimer Schlaganfallstation als regionaler Schwerpunkt ausgewiesen

04.08.2016 08:00 Uhr

Die Schlaganfallstation der Klinik für Neurologie in Kirchheim ist jetzt vom Baden-Württembergischen Sozialministerium als regionaler Schlaganfallschwerpunkt im Landeskrankenhausplan ausgewiesen worden. Der Geschäftsführer der Kreiskliniken Esslingen, Thomas A. Kräh, freut sich sehr über den Bescheid aus Stuttgart, denn seit mehr als 10 Jahren haben die Kreiskliniken versucht, die Aufstufung der lokalen Schlaganfalleinheit als regionalen Schwerpunkt zu erreichen: „Damit bekommen wir mit Brief und Siegel die hohe Behandlungsqualität bestätigt, die wir in Kirchheim entwickelt haben. Die Steigerung der Fallzahl um 26 Prozent seit 2013 zeigt, dass die Mitarbeiter des Rettungsdienstes, unsere niedergelassenen Ärzte und unsere Patienten wissen, sie sind bei unseren medizinischen Spezialisten in besten Händen.“ 

Die Deutsche Schlaganfallgesellschaft hat die Schlaganfallstation – im Fachjargon „Stroke Unit“ – bereits 2015 als regionale Stroke Unit zertifiziert und damit bestätigt, dass Schlaganfälle hier nach anerkannten Standards sehr gezielt behandelt werden. 

Knapp 1.000 Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall bringen die Rettungsdienste jedes Jahr notfallmäßig in die Klinik Kirchheim. Dort werden sie von den Spezialisten der Klinik für Neurologie zunächst untersucht, um sicherzustellen, welche Behandlung schnellstmöglich eingeleitet werden muss.  „Schnell muss es gehen, denn Zeit ist Hirn“, beschreibt Chefarzt Dr. Uwe Mauz die Erfahrung der Mediziner. Je länger durch ein Gerinnsel die Versorgung von Teilen des Gehirns mit Blut blockiert ist, desto schwerwiegender können die Folgen sein. Wenn die Diagnostik zeigt, dass es sich tatsächlich um eine Durchblutungsstörung mit entsprechenden Störungen handelt, wird bei Symptombeginn von weniger als 4,5 Stunden umgehend mit der so genannten Lyse begonnen, d.h. Medikamente werden verabreicht, die das Blutgerinnsel im Kopf auflösen sollen. Je früher nach Symptombeginn begonnen wird, desto besser ist die Chance, dass weniger bleibende Schäden zurückbleiben. Die Schlaganfallstation in Kirchheim ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Mit der strukturellen Ausstattung gehört die Kirchheimer Schlaganfalleinheit zu den größten in der Region, 12 Plätze für Schlaganfallpatienten stehen zur Verfügung, acht davon sind Monitorüberwachungsplätze. Ist der „Pfropf“ in den Blutgefäßen zu groß, greift die Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Tübingen. Der Patient wird während der Lyse zu den Tübinger Spezialisten gefahren, die dann das Blutgerinnsel mit einem Kathetereingriff zu entfernen versuchen. 

Chefarzt Mauz sieht die Vorteile der „Stroke Unit“ in der schnellen Diagnose, der engmaschigen Überwachung, der raschen Diagnostik in den ersten Tagen nach dem Schlaganfall und der sofort einsetzenden Behandlung: „Wir und unsere Therapeuten beginnen sofort mit dem Patienten zu arbeiten. Er erhält je nach den neurologischen Störungen Krankengymnastik, Ergotherapie, Sprach- und Schlucktherapie. Dadurch können wir das Risiko von Folgeerkrankungen verringern und zudem die Regeneration der Hirnzellen frühzeitig fördern.“ Die Kreiskliniken Esslingen sichern mit der Schlaganfallstation in Kirchheim die Versorgung im Süden des Landkreises Esslingen und im Albvorland jenseits der Kreisgrenzen. Dr. Jörg Sagasser, Medizinischer Direktor der Kreiskliniken, betont die Bedeutung der Spezialisten: „Unsere Gesellschaft wird immer älter. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache. Für die Kreiskliniken ist es deshalb sehr wichtig, ausgewiesene Spezialisten zu haben, die eine sehr gute Versorgung gewährleisten können. Im Landkreis Esslingen verfügen die Kreiskliniken über die größte Schlaganfalleinheit.“

Chefarzt Mauz belässt es nicht beim Behandeln, er ist auch ein großer Befürworter der Prävention, die ein jeder Mensch selbst in der eigenen Hand hat. „Eine Vielzahl von Schlaganfällen könnte vermieden werden, wenn wir unseren Lebensstil ändern.“ In vielen Patientenveranstaltungen benennt er deshalb die Risikofaktoren: Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, zu wenig Bewegung und Rauchen. 

Die Neurologische Klinik kooperiert eng mit dem Vaskulitiszentrum Süd (Rheumatologische Klinik im Hause), den Universitätskliniken Tübingen sowie der Neurochirurgie des Klinikums Stuttgart. 

Über 2.400 Patienten werden jedes Jahr in der Neurologie stationär versorgt. Neben den Schlaganfallpatienten werden Patienten mit Epilepsie, Parkinson, Multipler Sklerose und anderen entzündlichen Erkrankungen behandelt. Auch Patienten mit akuten Kopfschmerzen und Schwindel kommen in die Kirchheimer Neurologie, um dort die Ursachen abklären zu lassen. Die Spezialisten der Neurologie beraten zudem die Ärzte der anderen Standorte der Kreiskliniken Esslingen in Nürtingen und Ruit. Das ärztliche Team für die 46 stationären Betten starke Station setzt sich aus dem Chefarzt Dr. Mauz, vier Oberärzten und zehn Stationsärzten zusammen. Norbert Nadler, Leiter des Klinikums Kirchheim-Nürtingen, sieht in der Neurologie einen „Leuchtturm“ der Kreiskliniken: „Die Klinik Kirchheim hat in der Rheumatologie, im Herzkatheterlabor und der Neurologie herausragende Mediziner, die auf Volkskrankheiten spezialisiert sind. Zusammen mit der Psychiatrie, die ab 2017 in Kirchheim zentralisiert wird, ist Kirchheim der Standort der Kreiskliniken mit den meisten Betten.“ 

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