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Daimler AG, Paracelsus-Krankenhaus und Vitalcenter entwickeln gemeinsam Fitnesskonzept für Trucker

24.07.2013 10:11 Uhr

Fernfahrer haben einen anstrengenden Beruf. Stundenlanges Sitzen hinter dem Steuer, Verspannungen im Nacken und in der Schulter, im unteren Rückenbereich und an der Hüfte. Siegfried Rothe von der Kundenforschung der Daimler AG sucht schon lange nach Wegen, um den Arbeitsplatz der Trucker besser zu gestalten und damit unter anderem Erkrankungen des Wirbelsäulentraktes vorzubeugen. Im Chefarzt der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie am Paracelsus-Krankenhaus Ruit, Professor Dr. Gerhard Hehl, hat er einen Partner gefunden, der zusammen mit den Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten des angeschlossenen Vitalcenters den Arbeitsplatz „Cockpit“ eines Trucks genauer unter die Lupe nahm. Hehl beschreibt die Aufgabe: „Wir mussten einen Weg finden, um den Muskelapparat der Fahrer zu stärken, ohne dass diese ins Fitness-Studio gehen müssen. Denn dazu haben sie keine Zeit.“ Unter der Leitung des Vitalcenter-Chefs Jürgen Saur fanden die Fitness-Profis schnell einen Weg: „Ein Expander braucht wenig Platz und ist variabel einsetzbar.“ Die Fachleute suchten nach passenden Stellen für Ösen in der Fahrerkabine, in die der Expander eingehängt werden kann. Saur ist zufrieden: „Unser Fitness-Konzept umfasst mittlerweile mehr als 70 Übungen, die den Nacken, den Schulterbereich, Rücken, Rumpf und Beine stärken.“

Auf der Basis des Mercedes-Benz Lkw Actros 3 wurde ein so genannter TopFit Truck als „Prototyp“ erstellt, an dem die Übungen erprobt wurden. Anschließend wurde dieses Fitness-Konzept auf die räumlichen Gegebenheiten des neuen Actros adaptiert. Für Saur lag die Herausforderung darin, „auf engstem Raum in der Kabine ein Fitnesskonzept umsetzen zu können.“

In den Vereinigten Staaten macht das Konzept bei Freightliner, einer Daimler-Tochter und der dort führenden Lkw-Marke, bereits Schule, während es hierzulande noch am Start steht. Rothe ist optimistisch: „Die Idee des TopFit Trucks ist bestechend, denn der Einbau kostet nicht viel und die Übungen sind verblüffend einfach und zugleich wirkungsvoll.“ Die Fitness-Ausrüstung ist für Rothe nur ein Mosaikstein im Bemühen, den Arbeitsplatz am Lenkrad zu optimieren. Im Fokus seiner Forschung steht unter anderem der Sekundenschlaf, der auch bei den Profis hinter dem Steuer auftritt und zu schweren Unfällen führen kann. Gemeinsam mit Biologen, Medizinern, Motivationsforschern und Lichtexperten wird hier nach Wegen gefahndet, um der Ermüdung vorzubeugen. Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit. Forschungen haben gezeigt, dass ermüdete Fahrer weniger vorausschauend fahren. Die Folge: Höherer Kraftstoffverbrauch und Bremsverschleiß bei den Trucks. 

Für den Mediziner Hehl und den Sportwissenschaftler Saur ist die Zusammenarbeit mit dem Nutzfahrzeughersteller ein Musterbeispiel: „Das ist doch Prävention pur und damit genau unser Anliegen. Mit dieser Entwicklung beugen wir den Erkrankungen des Bewegungsapparates vor und die Fahrer tun auch etwas für ihren Kreislauf.“

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